Auf der Gustav 2026 präsentiert die Sonderausstellung Herat Glas von Mary Rose traditionell mundgeblasene Unikate aus Afghanistan. Das Kulturprojekt bewahrt das bedrohte Glasbläserhandwerk vor dem Aussterben und unterstützt Handwerkerfamilien direkt vor Ort.
Jahrtausendealte Handwerkstradition neu belebt
In der afghanischen Region Herat blickt die Glasbläserkunst auf eine Geschichte von über 2.700 Jahren zurück. Nach schweren Erdbeben und langen Krisen stand das traditionsreiche Gewerbe vor dem endgültigen Aus. Die Sonderausstellung auf der Gustav rückt dieses faszinierende Kunsthandwerk in das Zentrum der Aufmerksamkeit.
Die HandwerkerInnen fertigen vor Ort aus ressourcenschonendem Altglas filigrane Vasen, Karaffen, Trinkgläser sowie feine Objekte. Sie arbeiten vollkommen ohne Maschinen oder vorgefertigte Formen über offenem Lehmfeuer. Durch die freie Formgebung und das traditionelle Schmelzverfahren unterscheidet sich jedes Werkstück in Struktur und Formgebung.
Einzigartige Ästhetik und lebendige Oberflächen
Die handgefertigten Glasobjekte bestechen durch ihre charakteristischen Eigenschaften. Kleine Lufteinschlüsse im Material und traditionelle Farbtöne wie Azurblau, schillerndes Grün oder Bernstein verleihen den Stücken eine unverwechselbare Optik. Das Licht bricht sich auf den leicht unregelmäßigen Oberflächen und verleiht jedem Objekt eine eigene Dynamik. Die Kollektion verbindet damit historische Fertigungstechniken mit zeitloser Tisch- und Wohnkultur.
Hilfe zur Selbsthilfe und Erhalt von Kulturgut
Hinter dem Projekt steht eine Initiative zur wirtschaftlichen Selbsthilfe. Stefan Grabher vom Vorarlberger Textilunternehmen Mary Rose startete das Rettungsprojekt gemeinsam mit dem ZEIT-Journalisten Wolfgang Bauer. Die Finanzierung neuer Öfen und Werkzeuge ermöglicht den Glasbläserfamilien in Herat eine sichere Existenzgrundlage und sichert den Fortbestand dieses immateriellen Kulturerbes.
BesucherInnen der Gustav erleben die Glasobjekte vom 16. bis 18. Oktober 2026 aus nächster Nähe im Messequartier Dornbirn und erhalten Einblicke in die Geschichten hinter den Werkstücken.